So ist heute, scheinbar an einem wichtigen Tag für die Schweizer Fussballfans, auch der Todestag eines Kulturlokales in Olten. Es starb eine Bar welche mich die letzten paar Jahre als eine Oase der Vernunft und Ekstase in dieser Stadt begleitet hat. Ein Ort in der Begegnung und Freundschaft gepflegt wurde. Doch wir haben ihn verloren oder ich habe Ihn verloren, er wurde assimiliert und dieser alternative Ort musste sich vor Wirtschaft und Unvernunft beugen.

Vielleicht urteile ich gerade etwas hart, wenn man von Bern aus dem Sous le pont zurückkommt dann war man an einem Extrem der alternativen Szene. Doch lese ich lieber über der Bar “Auch während der EM haben wir kein Verständnis für Nationalismus, lasst eure Flaggen draussen”, als dass auf irgendeinem Bildschirm ein kommerzieller Sport-Event gezeigt wird.

Warum gebe ich auf? Nun ja, es läuft Fussball. Im Coq D’Or! Ich höre jetzt schon wieder den Kommentar: “ja aber nur weil die Schweiz spielt”, doch für mich spielt das keine Rolle. Es war ein Gruppenentscheid aber ganz klar auch ein Wirtschaftlicher. In diesen Zeiten sind überall Lautsprecher und Bildschirme, doch Anstelle von Nachrichten, Dokumentationen und Informationen sprüht daraus der korrupte Dreck, den nun mal organisierte Sportveranstaltungen darstellen. Sorry, you can hate me, but that’s the truth!

Anstelle von Diskussionen zu den Demonstrationen in Frankreich, Attentaten auf der Welt, der Flüchtlingskrise, haben wir überall die gewalttätigste EM auf dem Schirm. Brot und Spiele. Es ist nichts anderes.

Daher mit den Worten von Mike Müller im Charakter von Peter Bichsel

“Es isch nümme mini Beiz”